Stauraum im Bett: Bettkästen, Schubladen und

Warum Stauraum im Bett in deutschen Schlafzimmern so wichtig ist

In vielen deutschen Wohnungen ist das Schlafzimmer der kleinste Raum. 10-14 m² sind typisch, oft mit Dachschräge oder nur einer Stellwand. Ein Kleiderschrank passt gerade so, für Koffer, Bettwäsche, Winterdecken und saisonale Kleidung fehlt dann der Platz.

Das Bett nimmt dagegen meist 30-40 % der Grundfläche ein. Wer diesen Block nur zum Schlafen nutzt, verschenkt wertvollen Stauraum. Richtig geplante Bettkästen, Schubladen oder ein Stauraumbett können leicht 300-600 Liter zusätzlichen Platz schaffen - ohne dass das Zimmer voller wirkt.

Wichtig ist die richtige Lösung für deine Raumsituation. Nicht jede Stauraum-Variante passt zu jedem Grundriss oder Rücken.

Checkliste: Passt Stauraum im Bett zu dir? (Ja/Nein)

  • Hast du im Schlafzimmer weniger als 14 m² und keinen separaten Abstellraum?
  • Kannst du dich problemlos bücken oder knien, um an niedrige Fächer zu kommen?
  • Nutzen mehrere Personen das Bett und ihr könnt euch beim Zugriff auf Stauraum abstimmen?
  • Bewahrst du im Bett vor allem selten benötigte Dinge (z.B. Winterdecken) auf?
  • Ist unter deinem Bett ausreichend Luftzirkulation oder kannst du diese sicherstellen?
  • Bist du bereit, das Bettgestell beim Putzen auch mal vorzuziehen oder anzuheben?
  • Hast du einen gemieteten Laminat- oder Parkettboden, den du vor schweren Betten schützen kannst (Filzgleiter, Teppich)?
Schlafzimmer in deutschem Neubau mit Stauraumbett und seitlichen Schubladen auf hellem Holzfußboden
Stauraumbetten mit Schubladen nutzen die Bettfläche doppelt und halten das Schlafzimmer aufgeräumt.

Variante 1: Bettkästen auf Rollen - flexibel und mietwohnungstauglich

Bettkästen auf Rollen sind die einfachste Möglichkeit, vorhandenen Unterbett-Raum zu nutzen - auch bei einem normalen Bettgestell ohne integrierte Schubladen. Ideal für Mietwohnungen, da nichts fest montiert wird.

Wann Bettkästen sinnvoll sind

  • Bettrahmen mit mindestens 20 cm Bodenfreiheit
  • Glatter Boden (Laminat, Vinyl, Parkett), ggf. Kurzflorteppich
  • Genug Platz seitlich oder vorne, um Kästen ganz herauszuziehen (mindestens 80-100 cm)

Praktische Planung: Maße, Anzahl, Inhalt

So gehst du konkret vor:

  • Freie Öffnungshöhe messen: Abstand vom Boden bis zur Unterkante des Bettrahmens. Zieh 2-3 cm für Rollen und Luft ab - das ist deine maximale Kästenhöhe.
  • Innenmaß unter dem Bett messen: Länge und Breite zwischen Bettfüßen. Plane 2-3 cm Luft zu den Seiten, damit nichts klemmt.
  • Liefermaße vergleichen: Viele Standard-Bettkästen sind ca. 15-20 cm hoch, 70-100 cm lang, 50-70 cm tief.
  • Besser mehrere kleinere als einen großen: 2-4 Kästen lassen sich leichter handhaben als ein 2 m-Monster.

Was gehört in Bettkästen - und was nicht

Geeignet:

  • Bettwäsche-Sets, Decken, Kissen
  • Saisonale Kleidung in Vakuumbeuteln
  • Gepolsterte Deko, Vorhänge
  • Reservehandtücher in Stoffbeuteln

Besser nicht:

  • Schwere Ordner, Bücher (zu viel Gewicht für Rollen und Boden)
  • Elektronik, empfindliche Dinge (Staub, Temperatur)
  • Lebensmittel

Tipp aus der Praxis: In Altbauwohnungen mit leicht zugiger Außenwand lieber keine Bettkästen direkt an der kalten Wandseite mit Textilien füllen. Hier besteht eher Schimmelgefahr, wenn nichts zirkuliert.

Materialwahl und Pflege

Für Bettkästen haben sich in deutschen Wohnungen bewährt:

  • MDF oder Spanplatte mit Folie - günstig, empfindlicher bei Feuchtigkeit
  • Massivholz (z.B. Kiefer) - stabiler, aber schwerer
  • Stoffbettkästen mit Metallrahmen - leicht, flexibel, weniger stabil

Praktische Tipps:

  • Immer mit Deckel oder Textilabdeckung verwenden, sonst sammelt sich Staub.
  • Flauschige Filzgleiter unter die Rollen, um Mietböden zu schonen.
  • Beim Staubsaugen 1-2 Mal im Monat ganz herausziehen, auch unter den Kästen saugen.

Variante 2: Bett mit integrierten Schubladen - für strukturierten Stauraum

Stauraumbetten mit seitlichen Schubladen sind eine sehr beliebte Lösung im deutschen Möbelhandel. Sie sehen aufgeräumt aus, bieten strukturierte Fächer und sind im Alltag bequemer zugänglich als klassische Bettkästen.

Typische Breiten: 140, 160, 180 cm, oft mit 2 oder 4 Schubladen pro Seite. Achte nicht nur auf die Gesamtmaße, sondern vor allem auf den Schubladenauszug und die nutzbare Innenhöhe.

Detailansicht einer geöffneten Bett-Schublade mit ordentlich gefalteter Bettwäsche und Textilboxen
Mit klar organisierten Schubladen bleibt der Stauraum im Bett dauerhaft übersichtlich.

Wichtigste Planungsfragen vor dem Kauf

  • Wie nah steht das Bett an der Wand? Du brauchst zum Schubladenziehen mindestens 70-80 cm Abstand zur Möbel- oder Zimmerwand.
  • Steht auf einer Seite ein Heizkörper? Dann besser die Schubladenseite zur Zimmermitte planen und die Bettposition entsprechend verschieben.
  • Liegt ein Teppich unter dem Bett? Dicke Hochflorteppiche blockieren oft die Schubladen. Entweder Kurzflor oder Teppich nur bis zur Bettkante legen.
  • Wie alt und kräftig sind die Nutzer? Wer nicht gerne in die Knie geht, sollte auf Vollauszüge mit leicht gängigem Lauf achten.

Was taugen günstige Stauraumbetten aus dem Möbelhaus?

Typische Schwachstellen aus der Praxis:

  • Dünne Böden in den Schubladen, die sich bei Bettwäsche und Kleidung durchbiegen
  • Schwergängige Rollen auf weichen Teppichböden
  • Keine Rückwand hinter den Schubladen: Staub und manchmal Kleinteile rutschen dahinter

Worauf du beim Kauf achten solltest:

  • Mindestens 16 mm starke Platten für Schubladenkorpus
  • Vollauszüge statt nur 2/3 Auszug, sonst kommst du schlecht an hintere Bereiche
  • Innenhöhe von mindestens 18-20 cm, wenn Decken und Kissen hinein sollen
  • Belastbarkeit der Schublade (Herstellerangabe) prüfen: 20-30 kg sind ein guter Richtwert

Innenorganisation der Schubladen

Ohne Unterteilung werden Stauraumschubladen schnell zum Wühlfach. Bewährte Lösungen:

  • Faltboxen aus Stoff für Socken, Unterwäsche, Sportkleidung
  • Flache Kunststoffboxen für Bettlaken nach Größe sortiert
  • Labels an den Boxen („Sommerbettwäsche“, „Gäste-Set“, „Winterpullover“)
  • Rutschmatten im Boden der Schublade, damit nichts wandert

Variante 3: Bettkasten mit Klappfunktion - viel Volumen, aber nicht für jeden Rücken

Betten mit hochklappbarem Lattenrost nutzen den kompletten Raum unter der Matratze. Das ergibt massiv Stauraum, ist aber in der Bedienung anspruchsvoller. In vielen deutschen Schlafzimmern mit wenig Bewegungsfläche rund ums Bett ist diese Lösung trotzdem reizvoll.

Vor- und Nachteile im Alltag

Vorteile:

  • Maximaler Stauraum über die komplette Bettfläche
  • Optisch sehr ruhig, keine sichtbaren Schubladenfronten
  • Auch bei geringem Seitenabstand zur Wand nutzbar

Nachteile:

  • Aufklappen erfordert Kraft, trotz Gasdruckfedern
  • Matratze muss jedes Mal mit angehoben werden
  • Im Doppelbett: Zugriff nur möglich, wenn niemand darauf liegt
  • Schwer zu lüften, wenn selten geöffnet

Geeignete Inhalte für Klapp-Bettkästen

Nutz hier bewusst Dinge, an die du selten musst:

  • Winter- oder Sommerdecken außerhalb der Saison
  • Gästebettwäsche, Gästekissen
  • Weihnachtsdeko oder selten genutzte Deko-Textilien
  • Reservebezüge, die nur 1-2 Mal im Jahr gebraucht werden

Ungeeignet sind tägliche Kleidungsstücke, Handtücher oder alles, was du mehrmals wöchentlich brauchst.

Belüftung und Schimmelprophylaxe

Weil die Matratze direkt auf der geschlossenen Kiste liegt, ist Belüftung ein Thema. Achte auf:

  • Belüftungsschlitze im Bettkasten
  • Regelmäßiges Stoßlüften im Schlafzimmer
  • Einmal pro Monat Bettkasten komplett öffnen, Matratze aufstellen und gut austrocknen lassen
  • Keine feuchten Textilien (z.B. frisch gewaschene, aber nicht ganz trockene Bettwäsche) einräumen

Variante 4: Hochbett oder Podestbett - Stauraum in der Vertikalen

Vor allem in Einzimmerwohnungen, WG-Zimmern oder sehr kleinen Schlafzimmern im Neubau kann ein erhöhtes Bett mit Podestlösung extrem viel Stauraum schaffen. Statt nur 20-25 cm Höhe unter dem Bett hast du dann 40-80 cm nutzbare Podesthöhe.

Podestbett entlang der Wand

Typischer Aufbau in deutschen Mietwohnungen:

  • Podest aus stabilen Konstruktionsbalken oder System-Podestmodulen
  • Oberfläche mit OSB oder Multiplex und Bodenbelag (z.B. Vinyl, Teppich)
  • Front mit Klappen oder Schubladen, seitlich eventuell offene Fächer

Darauf kommt eine Matratze oder ein flaches Bettgestell. Darunter können Kisten, Koffer, Getränkekisten, Aktenordner oder saisonale Kleidung verschwinden.

Wichtig: In Mietwohnungen immer darauf achten, dass das Podest als „Möbelstück“ konstruiert ist und nicht fest mit der Bausubstanz verbunden wird, wenn du spätere Demontage erwartest.

Hochbett im Schlafzimmer für Singles oder schmale Räume

Ein Hochbett (Schlafebene ca. 140-180 cm hoch) macht darunter Platz für:

  • Regale und Kommoden
  • Kleinen Schreibtisch
  • Garderobe und Kleiderstange

Das ist eher eine Lösung für jüngere und schwindelfreie Nutzer. Für klassische Paar-Schlafzimmer ist ein Hochbett in Normalhöhe der Raumdecke meist unpraktisch, weil die Kopffreiheit über der Matratze fehlt.

Hygiene, Staub und Allergien - so bleibt Stauraum unter dem Bett gesund

Unter dem Bett sammelt sich immer Staub. Wer dort Textilien lagert, muss das berücksichtigen. Vor allem bei Hausstaub- oder Milbenallergie ist eine gute Strategie wichtig.

Grundregeln für sauberen Bett-Stauraum

  • Alles in geschlossenen Behältern aufbewahren, am besten Kunststoffboxen mit Deckel oder Stoffboxen mit Reißverschluss.
  • Staubdichte Vakuumbeutel für selten genutzte Decken und Kissen verwenden.
  • Mindestens alle 2 Wochen unter dem Bett saugen, Kästen ganz herausziehen.
  • Keine offenen Kartons unter das Bett stellen - diese ziehen Staub und Feuchtigkeit magisch an.

Allergiker-spezifische Tipps

  • Textilien vor der Einlagerung bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Antiallergene Bezüge für Kissen und Decken nutzen, auch wenn sie eingelagert werden.
  • Wäsche, die unter dem Bett gelagert wurde, bei Bedarf kurz im Trockner auffrischen.
  • Keinen Stauraum direkt im Luftstrom der Heizung planen, dort wirbelt der Staub stärker.

Typische Fehler bei Stauraum-Betten in deutschen Mietwohnungen

Aus der Praxis sieht man immer wieder die gleichen Probleme, die sich mit etwas Planung vermeiden lassen.

Fehler 1: Schubladen blockiert durch Nachttische

Viele stellen klassische Nachttische direkt neben das Stauraumbett. Folge: Die Schubladen lassen sich nur noch halb öffnen.

Bessere Alternativen:

  • Wandregale als Nachtkonsole, über Schubladenhöhe montiert
  • Schwebende Nachtkästchen, an der Wand verankert
  • Schmale Beistelltische auf der freien Bettseite ohne Schubladen

Fehler 2: Zu schweres Bett auf empfindlichem Boden

Stauraumbetten plus Inhalt können sehr schwer werden. In Mietwohnungen mit weichem Laminat oder älterem Parkett sieht man dann schnell Druckstellen.

Gegenmaßnahmen:

  • Große Filzgleiter unter allen Auflagepunkten
  • Dünnen, festen Teppich unter die Bettfläche legen (ohne dass er die Schubladen blockiert)
  • Beim Umstellen das Bett anheben statt ziehen, am besten zu zweit

Fehler 3: Der Kleiderschrank wird zu klein geplant

Weil das Bett so viel Stauraum hat, wird der Kleiderschrank beim Einrichten oft kleiner gewählt als sinnvoll. Nach 1-2 Jahren ist dann trotzdem alles voll.

Faustregel:

  • Plane den Kleiderschrank so, als hättest du keinen Bettstauraum.
  • Nutze das Bett wirklich nur als Ergänzung für sperrige oder saisonale Dinge.

Konkrete Beispiel-Setups für typische deutsche Schlafzimmergrößen

Beispiel 1: 12 m² Schlafzimmer im Neubau

Grundriss: 2,40 m Kleiderschrank an einer Wand, 1,60 m Bett, Fensterfront, Heizkörper unterm Fenster.

Praktische Lösung:

  • Bett mittig an die Wand gegenüber des Schranks stellen.
  • Stauraumbett mit 4 Schubladen, aber nur auf einer Seite aktiv nutzen (die zum Zimmer).
  • Auf der Schubladenseite keine Nachttische, sondern Wandablagen; auf der anderen Bettseite schmaler Nachttisch.
  • In die Schubladen: Bettwäsche, Reservekissen, Sommer-/Winterwechsel.

Beispiel 2: 10 m² Schlafzimmer im Altbau mit Dachschräge

Grundriss: Bett quer unter der Schräge, nur eine Seite frei zugänglich, wenig Wandhöhe.

Praktische Lösung:

  • Normales Bettgestell mit 25 cm Bodenfreiheit.
  • 2 große Bettkästen auf Rollen, seitlich in Längsrichtung unter dem Bett eingeschoben.
  • Staubdichte Boxen in den Bettkästen, einmal pro Monat komplett herausziehen und saugen.
  • Kleiderschrank nur 1,50 m breit, dafür sehr hoch (bis zur geraden Decke).

Beispiel 3: 18 m² Schlafzimmer im Reihenhaus, zusätzlich Stauraumbedarf

Grundriss: Mehr Fläche, aber kaum Abstellraum im Haus. Bedürfnis nach viel verstecktem Stauraum.

Praktische Lösung:

  • Podestbett entlang einer Wand mit 60-70 cm Höhe.
  • Front mit mehreren großen Schubladen und 1-2 Klappen für sperrige Dinge.
  • Bettfläche auf dem Podest, seitlich kurzer Tritt oder integrierte Stufe.
  • Im Podest: Koffer, Getränkekisten, Aktenordner, Saisonkleidung.

Podsumowanie

  • Messe zuerst die reale Bodenfreiheit, Abstände zu Wänden und vorhandene Möbel - dann erst Bettlösung wählen.
  • Plane Stauraum im Bett vor allem für selten benötigte, leichte bis mittlere Textilien.
  • Sorge für geschlossene Behälter und regelmäßiges Saugen, besonders bei Allergien.
  • Vermeide blockierte Schubladen durch falsche Nachttische und zu dicke Teppiche.
  • Denke an Boden- und Rückenfreundlichkeit: Gewicht, Bedienkraft, Zugänglichkeit einplanen.

FAQ

Wie viel Stauraum kann ich realistisch unter einem Doppelbett gewinnen?

Unter einem 160 x 200 cm Bett bekommst du mit 2-4 Bettkästen oder integrierten Schubladen problemlos 300-500 Liter Stauraum unter. Bei einem Klappbett, das die komplette Fläche nutzt, können es sogar 600-800 Liter sein. Entscheidend ist die nutzbare Innenhöhe und ob du die Fläche wirklich gut erreichst.

Ist ein Stauraumbett schlecht für die Matratzenbelüftung?

Es kommt auf die Konstruktion an. Bei geschlossenen Bettkästen direkt unter der Matratze ohne Lüftungsschlitze kann Feuchtigkeit schlechter abtrocknen. Achte auf Lattenroste mit genügend Abstand, Belüftungsöffnungen im Bettkasten und regelmäßiges Lüften des Zimmers. Einmal im Monat Matratze hochstellen hilft zusätzlich.

Welche Lösung ist für Rentner oder Menschen mit Rückenproblemen geeignet?

Am komfortabelsten sind Betten mit gut laufenden Seitenschubladen und einer eher hohen Einstiegshöhe. Klappbetten, bei denen die ganze Matratze angehoben werden muss, sind oft zu schwer zu bedienen. Auch Bettkästen ohne Auszug, die weit unters Bett geschoben sind, sind ungünstig, weil man sich tief bücken muss.

Kann ich ein normales Bett nachträglich in ein Stauraumbett verwandeln?

Ja, wenn genug Bodenfreiheit vorhanden ist. Mit passenden Unterbettkästen auf Rollen oder flachen Kunststoffboxen mit Deckel kannst du den Raum effektiv nutzen, ohne das Bett zu tauschen. Achte darauf, dass die Höhe der Boxen 2-3 cm unter der freien Rahmenhöhe bleibt und dass du sie komplett herausziehen kannst, ohne an Heizkörper oder Möbel zu stoßen.